Die Hölle am Arbeitsplatz

work-1105285_640Wenn ein Mobbing-Opfer die oder den Täter zur Rechenschaft ziehen will, stößt er meistens im deutschen Strafrecht auf erhebliche Probleme. Das Gleiche gilt im Übrigen für sexuelle Delikte am Arbeitsplatz. Werden die Probleme rechtzeitig erkannt und vom Arbeitgeber ernst genommen, bietet das Arbeitsrecht immerhin einige Maßnahmen, mit denen sich das Mobbing-Opfer zur Wehr setzen könnte.

Für das Opfer sind die Folgen schwerwiegend

Durch ständige Anfeindungen haben Mobbing-Opfer Angst etwas falsch zu machen und sind dann unkonzentriert und auch unmotiviert. Durch eine außergewöhnlich starke nervliche Belastung kommt häufiges Kranksein dazu. Die Opfer leiden unter Nervosität, Schlaf- und Konzentrationsschwächen, Depressionen und Selbstwertkrisen. Zudem kommen Erschöpfungs- und Versagenszustände dazu. Dieses kann bei einem Mobbing-Opfer bis zu Selbstmordgedanken gehen.

Jeder Achte wurde schon einmal gemobbt!

In den deutschen Unternehmen klagen vor allem ältere Erwerbstätige darüber sie seien schon einmal gemobbt worden. Hierbei gibt es keinen Unterschied, denn Frauen sind genauso häufig betroffen wie Männer. Jeder achte Beschäftigte wurde laut eigener Aussage in seinem derzeitigen Beruf schon gemobbt. Das entspricht 3,8 Millionen Betroffene gibt es allein in Deutschland. Fast jeder dritte Arbeitnehmer ist schon Zeuge geworden, wie ein Arbeitskollege von ihm gemobbt wurde.

Mobbing beginnt oft schleichend mit kleinen Gemeinheiten. Zuerst bekommt man kein Geschenk zum Geburtstag mehr, dann bleiben Informationen über ein bevorstehendes Meeting aus oder es fehlen Unterlagen, die dringend benötigt wurden. Für die Betroffenen ist es sehr schwer, mit diesem Problem umzugehen. Viele wissen zu Anfang nicht einmal, was überhaupt los ist. Opfer taumeln zwischen Ohnmacht und Unsicherheit und zermürben sich auch selbst mit quälenden Fragen.

Was kann man selber tun?

Wer von Mobbing betroffen ist, sollte sich nicht in die Rolle des Opfers zurückziehen. Es sollte rechtzeitig die Reißleine ziehen und aktiv werden. Wer sich selber zum Opfer macht, der bleibt es meistens auch. Manche der Betroffenen versuchen über die wiederholten Gemeinheiten und Sabotageakte hinwegzusehen. In den meisten Fällen führt das aber noch zu einer Verschlechterung der Situation.

Doch auch übertriebene Freundlichkeit hilft nicht, das Problem zu lösen. Zuerst sollten Gespräche mit den Kollegen für eventuelle Aufklärung geführt werden, nutzt das nicht, ist der Chef gefragt. Nur er kann intervenieren, wenn es um Mobbing im Beruf geht.

Wenn ein Mobbing-Opfer die oder den Täter zur Rechenschaft ziehen will, stößt er meistens im deutschen Strafrecht auf erhebliche Probleme. Das Gleiche gilt im Übrigen für sexuelle Delikte am Arbeitsplatz. Werden die Probleme rechtzeitig erkannt und vom Arbeitgeber ernst genommen, bietet das Arbeitsrecht immerhin einige Maßnahmen, mit denen sich das Mobbing-Opfer zur Wehr setzen könnte.